Der Blog

Die Beiträge in diesem Blog sind chronologisch nach der Reihenfolge ihrer Einstellung geordnet. Neuen Besuchern der Seite wird empfohlen, diese der Reihe nach von oben nach unten zu lesen. Für wiederkehrende Besucher der Seite wird der jeweils letzte Beitrag auch unter "Aktuelles" wiedergegeben.

Socken und Strümpfe

Mit welchem Eintrag beginnt man eigentlich einen Blog zum Thema Sockenlaufen? Gar nicht so einfach, da mir ganz viele, ganz unterschiedliche Dinge dazu einfallen. Vielleicht fange ich einfach mal mit ein paar Begriffen und Definitionen an. Ich selbst verwende sowohl den Begriff „Socken“ als auch den Begriff „Strümpfe“ für das, was wir an den Füßen tragen, wenn wir das tun, was ich „Sockenlaufen“ nenne, einschließlich Strumpfhosen. Meist verwende ich die Begriffe im Plural, weil sie in der Regel paarweise verwendet werden. Im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff Strümpfe eher übergeordnet verstanden, während Socken solche Strümpfe genannt werden, die einen eher kurzen oder gar keinen Schaft haben. Wenn man die Begriffe zur Unterscheidung verwenden will, dann in dem Sinn, dass Socken die kürzeren sind und Strümpfe die längeren. Etwa, wenn man Nylonsocken und Nylonstrümpfe  oder Wollsocken und Wollstrümpfe unterscheiden will, oder Socken von Kniestrümpfen. Im englischen Sprachgebrauch wird etwas stärker unterschieden zwischen socks und stockings, wobei man „socks“ am treffendsten als „Socken“ übersetzt und „stockings“ als  „Strümpfe“.  Das soll an dieser Stelle mal genügen. Regionale und kulturelle Unterschiede und weitere Synonyme gibt es sicherlich eine ganze Reihe, ganz abgesehen von der Vielfalt an Übersetzungen in andere Sprachen.


Entscheidend für das Sockenlaufen sind folgende Eigenschaften von Socken und Strümpfen: Sie umschließen die Füße vollständig und sind aus einem flexiblen Gewebe, dass der Bewegung des Fußes vollständig folgt und diese nicht einschränkt. Dies gilt insbesondere auch für den Bereich der Fußsohle. Zudem lassen Socken und Strümpfe direkte sensorische Empfindungen der Haut für die Umgebung zu, etwa für Wärme, Kälte, Feuchtigkeit und Oberflächenkontakt, wobei diese Empfindungen mehr oder weniger stark modifizier sein können. 

Es geht also darum, dass wir beim Stehen, Gehen, Laufen und bei anderen Bewegungen eine möglichst natürliche Haltung einnehmen und uns möglichst natürlich bewegen können. Außerdem soll uns die Fußbekleidung nicht von der Umgebung isolieren, sondern die natürlichen Empfindungen der Haut zulassen.

Dass die Socken oder Strümpfe diese Empfindungen etwas modifizieren ist Teil des Sockenlaufens und der hauptsächliche Unterschied zum Barfußlaufen. So lassen sich als unangenehm empfundene Wirkungen etwas abschwächen, wie etwa Kälte, Hitze oder spitze Bodenbeläge, oder zusätzliche angenehme Empfindungen erzeugen, wie zum Beispiel ein weicheres Auftreten oder eine Massagewirkung durch Reiben der Hautoberfläche an dem Strumpfgewebe. Und manche Wirkungen lassen sich auch über längere Zeit erhalten. So eignen sich nasse Strümpfe bei großer Hitze hervorragend dazu sich zu erfrischen.

24. September 2019

Quellen und Verweise:

https://de.wikipedia.org/wiki/Strumpf

https://en.wikipedia.org/wiki/Sock

https://en.wikipedia.org/wiki/Stocking 

Die soziale Frage

Ein Thema wird voraussichtlich zukünftig in zahlreichen Beiträgen dieses Blogs eine Rolle spielen, nämlich die Frage der sozialen Akzeptanz des Sockenlaufens. In meiner Vorstellung „Über mich“ habe ich schon über meinen frühen Wunsch berichtet, in Strümpfen herumzulaufen, wann und wo immer ich dazu Lust habe. Damit gemeint waren auch ungewöhnliche Orte und Gelegenheiten, bei denen Leute üblicherweise nicht in Strümpfen sind, also entweder Schuhe anhaben oder ganz barfuß sind. Im Alter von acht Jahren schien mir das alles noch ganz einfach. Damals habe ich noch auf das gehört, was mir die Eltern gesagt haben. Dazu gehörte auch, dass „man“ nicht draußen in Socken herumläuft, weil die dann schmutzig werden, kaputt gehen und eine Erkältung droht, wenn die Füße kalt werden. Wenn ich mal nicht mehr auf meine Eltern hören müsste, dann wäre es also vollkommen unproblematisch meinen Wunsch umzusetzen, so dachte ich damals.  

Was ich noch nicht ahnte, war die starke Wirkung, die von der Normalität ausgeht, von der man umgeben ist. Wenn ich hier von „Normalität“ schreibe, dann meine ich damit das Verhalten, das die meisten Leute zeigen, wenn man mit ihnen zu tun hat oder sie in der Öffentlichkeit beobachtet. Diesbezüglich war es so, dass mit zunehmendem Alter immer weniger von meinen Schul- und Spielkameraden (später waren das dann die „Kumpels“ oder die „Anderen aus der Clique“) hin und wieder ohne Schuhe liefen. Spätestens mit der einsetzenden Pubertät waren nicht mehr die Eltern das Maß der Dinge, sondern vielmehr die Gleichaltrigen und die Idole, denen ich nach hing. Bei diesen war Sockenlaufen etwas sehr seltenes. Und wenn mal jemand in Strümpfen herumlief, dann blieben Kommentare dazu aus dem Umfeld nicht aus. Ich hätte also sehr viel Mut gebraucht, diesem normativen, sozialen Einfluss zu widerstehen, den ich damals nicht hatte. Von daher waren es dann gar nicht mehr elterliche Verbote oder Vorgaben, sondern viel mehr die eigene Scheu und Hemmungen, die dazu führten, dass öffentliches Sockenlaufen ausblieb. Wie so oft im Leben gewöhnte ich mich an diese Situation. So war ich auch als Volljähriger noch weit davon entfernt, mir meinen Kindheitswunsch zu erfüllen. 

Wenn man sich umhört und so manches liest zum Sockenlaufen und zum Barfußlaufen, dann spielt das Überwinden von Hemmungen häufig eine wichtige Rolle. Meist geht es dabei nicht um Ängste oder Bedenken wegen gesundheitlicher Folgen oder Verletzungsrisiken, sondern um die sogenannte "soziale Akzeptanz“. Aber was verbirgt sich denn genau dahinter? Festzustellen ist, dass es, zumindest dort wo ich bisher gelebt habe, keine Gesetze gibt, die das Socken- oder Barfußlaufen generell untersagen. Es gibt allerdings Orte und Situationen, an denen es sachliche Gründe gibt, Schuhe zu tragen. Dazu gehört auf jeden Fall das Unfallrisiko, das man bei einigen Arbeiten hat. Dort gibt es dann in der Regel verbindliche, explizite Regeln. Und es gibt auch einige indirekte Möglichkeiten, das Sockenlaufen zu unterbinden. Ich denke zum Beispiel an das Hausrecht, das man gegenüber anderen Personen in der eigenen Wohnung hat. Auch Arbeitgeber haben Möglichkeiten, auf die Kleidung ihrer Mitarbeiter Einfluss zu nehmen. Und natürlich kann ich als Einladender auch einen „Dresscode“ vorgeben. Aber im öffentlichen Raum? Dort fällt mir kein Verbot von Socken- oder Barfußlaufen ein. Bleibt die normative Wirkung dessen, was die Mehrheit tut. Aber genau das kann sich verändern, indem einzelne Personen Dinge mal anders tun und weitere diesem Beispiel folgen. Von daher unterliegt die „soziale Akzeptanz“ vielen Einflüssen und kann an verschiedenen Orten, in verschiedenen Kontexten ganz unterschiedlich aussehen. Wenn man sich dies bewusst macht, dann wird klar: es gibt keinen Grund dafür, dass Sockenlaufen nicht sozial akzeptiert ist! Es liegt einzig und allein an denjenigen, die es tun wollen, diese Akzeptanz zu fördern, indem sie es tun. 

29. September 2019

Das liebe Geld …


Die Überschrift des letzten Beitrags („Die soziale Frage“) könnte auch anders interpretiert werden, als ich das getan habe, nämlich bezogen darauf, wie sehr das Tragen oder Nicht-Tragen von Schuhen mit Armut oder Reichtum zu tun hat. Tatsächlich galt Barfüßigkeit früher als Ausdruck von Armut oder zumindest fehlendem Reichtum, im Gegensatz zu denjenigen, die sich Schuhe leisten konnten. Dies mag in bestimmten Regionen der Welt und in bestimmten Situationen und Zusammenhängen auch heute noch eine Rolle spielen. In Mitteleuropa lässt sich aber kaum vom Barfußlaufen auf Armut oder Reichtum schließen. Dass Schuhe weiterhin häufig als Statussymbol dienen ist davon unbenommen. Denn die Aufwärtsspirale des immer-mehr-Geld-Ausgebens für immer mehr zur Schau getragenen Pseudo-Luxus läuft unaufhörlich weiter. Den Versuch einer Ursachenanalyse für dieses Phänomen spare ich mir hier. 

Nun kann man die Frage bezogen auf das Sockenlaufen auch umdrehen. Wer kann sich das denn überhaupt leisten? Möglicherweise ist Sockenlaufen nur etwas für Wohlhabende, die sich in ausreichender Menge Socken leisten können. Eine der mir häufig begegnenden Nachfragen und Vorbehalte bezieht sich auf die Haltbarkeit und den Verschleiß der Socken. Ich möchte in diesem Blog nicht zu viele Zahlen und Daten präsentieren, aber zu diesem Thema erlaube ich mir ein paar Abschätzungen, die nicht auf hyperexakten Berechnungen und Experimenten basieren, aber doch immerhin durch meine sehr lange Erfahrung im Sockenlaufen gestützt sind. 

Zunächst ist festzustellen, dass die Art des Verschleißes und die Haltbarkeit von Socken und Strümpfen ganz stark vom Untergrund abhängen, auf dem man sich bewegt. Die starken Sockenkiller sind rauer Asphaltboden und Wege mit spitzen Steinen. Hier entstehen schnell einzelne Löcher, die sich dann ausweiten. Dagegen sind glatte Böden, wie Fließen, Platten und auch Pflastersteine, weicher Waldboden und Wiesen echte Strumpfschoner. Dazwischen gibt es natürlich alle möglichen Abstufungen und Kombinationen. Natürlich hat auch die Art der Bewegung einen Einfluss auf den Verschleiß. So kann man etwa daran, wo die Socken zuerst dünn werden, erkennen, ob man mehr mit der Ferse aufkommt oder mit den Fußballen. In diesem Sinn erlaubt der Verschleiß auch eine gute Kontrolle des Bewegungsablaufs. Bleibt noch das Material und die Art der Strümpfe als maßgeblicher Einfluss auf die Haltbarkeit. Grundsätzlich kann man unterstellen, dass dickere Socken und Strümpfe länger halten als dünnere. Aber Vorsicht vor zu starker Verallgemeinerung. Ich bin oft überrascht, wenn ich Frauen sehe, deren Nylonstrümpfe auch nach vielen Kilometern ohne Schuhe noch keinen sichtbaren Schaden haben. Wichtiger als die Dicke des Stoffs oder des Garns ist die Verarbeitung. Zu einfache, weitmaschig gestrickte Strümpfe sind sehr empfindlich und können ganz schnell Schaden nehmen.

Von daher lasse ich die Finger weg von den ganz billigen, ganz einfachen Socken. Das heißt aber nicht, dass man viel Geld ausgeben muss. Ich schnappe zu, wenn qualitativ bessere Socken preislich herabgesetzt sind, gerne auch im Mehrpack, denn Verwendung habe ich dafür. Die Preisnachlässe bei Socken sind teilweise erheblich. Reduzierungen um 70 Prozent sind keine Seltenheit. Man braucht etwas Zeit und offene Augen, bis man herausgefunden hat, wann und wo man gute Sockenschnäppchen machen kann. Wenn man das einmal hat, dann ist man aber immer bestens und preiswert versorgt. Ich möchte auf dieser Seite keine Werbung für bestimmte Geschäfte machen, gebe aber auf Anfrage gerne noch ein paar Tipps. Ich selbst kalkuliere mit durchschnittlich höchstens 2,50 Euro pro Paar, wobei ich auch mal 5 Euro ausgebe, manchmal aber auch weniger als ein Euro. Und wohlgemerkt: das ist keine Billigware! Jetzt zu der Haltbarkeit: rauer Asphaltboden und steinige Wege können die Socken schon nach 5 km ruinieren. Ansonsten gehe ich davon aus, dass 10 km ohne großen Schaden auf jeden Fall drin sind. Als mittlere Haltbarkeit würde ich etwa 15 km schätzen, mit einer großen Streubreite versteht sich. Wenn man die empfohlene Schrittzahl von 10000 pro Tag, die man aus gesundheitlichen Gründen gehen sollte, komplett nur auf Socken läuft, bräuchte man alle zwei Tage ein neues Paar bzw. würde 1,25 Euro am Tag für Socken ausgeben. Wenn man zügig am Stück 15 km geht, dann ist man etwa 3 Stunden unterwegs und ein Paar Socken sind hinüber. Das Vergnügen hat dann etwa 1,20 Euro in der Stunde gekostet. 

Ist das viel oder wenig Geld? Wie so vieles, ist auch dies relativ. Dazu ein paar Vergleiche. Wenn ich in der Stadt, in der ich arbeite, nahe der Fußgängerzone parke, dann bin ich mit mindestens 2 Euro pro Stunde dabei, nur damit mein Auto stehen darf. Die Kosten für ein Paar Socken verfahre ich mit dem Auto etwa in 8 Kilometern, für die ich auf der Autobahn weniger als 5 Minuten brauche. Beim Autoscooter auf dem Oktoberfest komme ich in der Regel auch auf unter 5 Minuten Fahrtzeit für das gleiche Geld. Ein Maß Bier weniger trinken würde mir dafür das Geld für mehr als vier Paar Socken sparen. Die Vergleiche zeigen: jeder sollte selbst entscheiden, wofür man sein Geld ausgibt und was einem die Sache wert ist. Noch ein Vergleich aus dem Bereich Laufen: Für gute Laufschuhe kann eine mittlere Haltbarkeit von bis zu 1000 km angenommen werden. Vermutlich muss man dafür etwa 150 Euro oder mehr investieren. Demnach läuft man für 2,50 Euro fast 17 km weit, also im Rahmen der Schätzgenauigkeit ziemlich ähnlich weit wie auf Socken. Nicht verschwiegen werden soll hier der Vergleich in der anderen Richtung: Barfußläuferinnen und Barfußläufer sind klar billiger dran. 

Zum Abschluss dieser Ausführungen noch zwei Dinge. Auch in Schuhen getragene Socken verschleißen, kosten also auch dann Geld. Da selbst ich nicht alles in Socken mache und einfach nur wenig Gelegenheit für ausführliche Spaziergänge und Wanderungen habe, komme ich kaum über einen durchschnittlichen Verbrauch von einem Paar Socken pro Woche hinaus. Die sind echt erstaunlich haltbar für ihren Preis, die Dinger!

1. Oktober 2019

Quellen und Verweise:

https://www.oktoberfest.bayern/wiesn/wiesn-euro-zehn-sekunden-spass-1422552.html

https://www.laufschuhkauf.de/2012/01/faq-haltbarkeit-von-laufschuhen/#wielange

Barfuß


Mir begegnet es sehr häufig, dass Leute, wenn Sie den Begriff „barfuß“ verwenden, nicht unterscheiden, ob jemand Strümpfe an den Füßen trägt oder vollkommen ohne jede Fußbekleidung unterwegs ist. In beiden Fällen geht es darum, dass man keine Schuhe an hat. Ich hatte schon in der grundsätzlichen Beschreibung zu diesem Forum (“Die Idee“) darauf hingewiesen, dass viele Vorteile des Sockenlaufens ähnlich oder gleich sind wie beim Barfußlaufen. Folglich ist es so, dass viele Aspekte, die beim Barfußlaufen eine Rolle spielen, auf das Sockenlaufen übertragbar sind. Schönerweise gibt es mittlerweile eine große Fülle von Informationen zum Barfußlaufen. Es würde mir kaum gelingen, eine vollständige Übersicht über einschlägige Bücher und relevante Informationsquellen zu geben. Stattdessen möchte ich eine aus meiner Sicht besonders gelungene Webseite hervorheben. Dies ist der Barfussblog von Eva und Wolfgang, in dem gut sortiert unterschiedliche Fragestellungen des Barfußlaufens behandelt werden. Ein Klick auf das Bild führt direkt zu dieser Webseite.

Im Prinzip findet man dort zu allen Fragen, die sich zum Laufen ohne Schuhe ergeben, passende Informationen. Zumindest habe ich persönlich noch nichts vermisst. Es fällt sofort auf, dass diese Webseite mit sehr viel Engagement erstellt, gepflegt und aktualisiert wird. Eva und Wolfgang erscheinen sehr authentisch als Barfuß-Anhänger. Durch die vielen Gastbeiträge auf der Seite werden eine ganze Reihe von Sichtweisen und Erfahrungen integriert. Ganz viele der bekannten Autoren zu Barfuß-Themen haben schon zu dieser Seite beigetragen. Sehr gelungen und empfehlenswert sind auch die ausführlichen Testberichte zu sogenannten Minimal- und Barfußschuhen und entsprechenden Socken. Da ja auch das Sockenlaufen unmittelbar an das Tragen von Minimalschuhen anknüpft, finden interessierte Sockenläufer hier viele nützliche Informationen. Und wenn man sich für den Newsletter anmeldet, dann ist man in Sachen barfuß eigentlich immer auf dem Laufenden. Als jemand, der gerade damit begonnen hat eine eigene Webseite aufzubauen, schaue ich sehr bewundernd auf diese gelungene Webpräsenz. Mein Prädikat: höchst empfehlenswert!

Ich möchte nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass es natürlich Unterschiede gibt zwischen dem Tragen von Socken und dem vollständigen Verzicht auf jegliche Art von Fußbekleidung. Es ist richtig und gut, dass es diesbezüglich unterschiedliche Vorlieben gibt. Ich stelle im Kreis meiner Bekannten und Freunde fest, dass es neben den überzeugten Schuhträgern auch sehr überzeugte Barfußläufer gibt, die, wenn sie schon ohne Schuhe unterwegs sind, auf keinen Fall Strümpfe anhaben wollen, und solche, die sehr gerne Socken oder Strümpfe anbehalten, auch wenn sie keine Schuhe tragen. Da ich die Webseite mit dem Gedanken an eine möglichst große Toleranz von Menschen untereinander erstellt habe, freue ich mich, wenn sich Barfußläufer und Sockenläufer bewusst machen, dass sie in vieler Hinsicht ähnliche Bedürfnisse und Fragestellungen haben.

2. Oktober 2019

Quellen und Verweise:
https://www.barfussblog.de/

Achtsamkeit und Naturerleben


Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, in der Natur ohne Schuhe unterwegs zu sein, beispielsweise bei einem Spaziergang im Wald. Sobald man ohne Schuhe unterwegs ist, läuft man langsamer und bedächtiger. Schuhe ausziehen entschleunigt enorm und ad hoc. Ab dem Moment, in dem man die Schuhe auszieht, achtet man viel mehr auf den Weg und die Bewegung beim Gehen. Dies lässt so manchen unangenehmen Gedanken vergessen und unterbindet das Grübeln und innerliches Wälzen von Problemen. Zu dem bewussten Wahrnehmen der eigenen Bewegung und dem Beachten des Weges, den man geht, gesellt sich die wunderbare sensorische Wahrnehmung des Bodens. Man spürt Wärme und Kälte und die Unterschiede in der Beschaffenheit. Weicher Sandboden, federnde laubbedeckte Wege, die massierende Wirkung von unebenen festen Böden und viele andere Empfindungen wechseln sich häufig bei einem Waldspaziergang ab. Ohne Schuhe wird Natur viel intensiver und vielfältiger wahrgenommen. Mehr Zeit durch langsameres Gehen und zusätzliche Empfindungen fördern die Achtsamkeit. Ob wir ganz barfuß oder in Socken unterwegs sind, können wir situationsbezogen entscheiden. Socken helfen dabei, uns an die Bodenverhältnisse anzupassen, und tragen zusätzlich zu einem angenehmen Empfinden bei, indem sie schützen und das Auftreten noch weicher machen. Und bitte habt keine Angst vor dem Herbst. Es ist immer noch an vielen Tagen ausreichend warm, um ohne Schuhe draußen herumzulaufen. Und die Natur im Herbst ist einfach bewundernswert. Diese Vielfalt an Naturerlebnissen sollte sich niemand entgehen lassen. 

6. Oktober 2019

Faszination Herbst

Besonders schön ist es, wenn das Wetter im Herbst noch tollen Sonnenschein und hohe Temperaturen beschert. Der Oktober hatte zum Glück noch einige sonnenreiche Tage, die zum Spazierengehen einluden. Nach einer regnerischen Phase entfaltet sich in unseren Wäldern die faszinierende Welt der Pilze. Kaum zu glauben, welche Vielfalt die Natur auch bei dieser Art von Pflanzen hervorbringt. Und sehr beeindruckend, wie sich die Pilze zum Teil tarnen und doch in einer ganz eigenen Pracht erscheinen. Wenn man bei diesem Wetter in Socken durch den Wald läuft, kommt man um nasse Socken nicht herum. Dabei macht man aber die schöne Erfahrung, dass der Boden noch einigermaßen warm ist und der nasse Waldboden ein ganz besonders weiches Gefühl beim Gehen erzeugt. Auch wenn die Socken recht matschig werden, bleiben die Füße trotzdem ziemlich sauber. Ich kann nur dazu ermuntern, die Tage und Wochen für den Kontakt zur Natur zu nutzen. Benutzt eure Sinne: schaut, riecht, hört und fühlt. Und spürt dabei den Boden mit euren Füßen. Herbstzeit ist Sockenlaufzeit.

16. Oktober 2019

Unbequeme Schuhe


Zum Barfußlaufen und zum Laufen in Strümpfen oder Socken gibt es keine Statistiken, aus denen man ersehen könnte, wie viele Leute hin und wieder oder gar häufig ohne Schuhe unterwegs sind. Und noch mehr fehlt es an Möglichkeiten einzuschätzen, welche von den Leuten, die ohne Schuhe unterwegs sind, dies gerne und ohne besonderen Anlass tun, und wer dies aus einem bestimmten Grund tut. Schon seit meiner Entdeckung des Spaßes am Laufen in Strümpfen im Kindesalter interessiert es mich herauszufinden, wie außergewöhnlich diese Vorliebe ist oder wie viele Leute selbst gerne in Strümpfen sind. Deshalb denke ich oft darüber nach, was in bestimmten Situationen dazu geführt haben könnte die Schuhe aus oder gar nicht erst an zu ziehen. Ein recht plausibler Grund sich der Schuhe zu entledigen ist auf jeden Fall, dass diese drücken, reiben oder in sonstiger Art unbequem sind. Die Erfahrung unbequeme Schuhe zu tragen und was das für Pein und Schmerzen bedeuten kann, haben sicherlich schon fast alle Leser dieses Blogs gemacht. Ob sich jemand der unbequemen Schuhe außerhalb des Hauses und möglicherweise in der Öffentlichkeit entledigt und barfuß oder auf Strümpfen weiter läuft, hängt von ganz vielen äußeren Bedingungen und natürlich auch von den Empfindungen des gepeinigten Schuhträgers ab. Ohne genau mitgezählt zu haben, würde ich die Frage, wann man anteilsmäßig am meisten Leute auf Strümpfen laufen sieht, mit „zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens“ beantworten. Das scheint insofern folgerichtig, weil um diese Zeit Leute unterwegs sind, die meist schon recht lange auf den Beinen sind und nach langer Qual ihre unbequemen Schuhe ausziehen. Vermutlich erklärt das einen Teil der nächtlichen Häufung von schuhlosen Leuten. Wenn man etwas genauer hinschaut, dann ist das aber auch nur ein Teil des Phänomens. Denn einerseits gibt es viele, häufig Frauen, denen sichtlich die Füße schmerzen und die sich dennoch in ihren für das Laufen ungeeigneten Schuhen fortbewegen, und andererseits halten viele, die auf Strümpfen unterwegs sind, in der Hand Schuhe, die bequem aussehen. Aus meinen Beobachtungen schließe ich, dass die Nacht auch dabei hilft in entspannter Freizeitatmosphäre, in Feierlaune und etwas gedeckt durch die Dunkelheit das Tragen von Schuhen etwas lockerer zu sehen. Unabhängig von der Tageszeit ist es auch tagsüber so, dass nur bei einem kleinen Teil der Leute, die ihre Schuhe in der Hand tragen und auf Strümpfen laufen, die Schuhe sichtbar unbequem scheinen. Ich habe den Eindruck, dass es eher so ist, dass bequeme Schuhe, die sich sehr leicht ausziehen lassen, besonders häufig in die Hand genommen werden. Als Sockenläufer mache ich das selbst auch oft so. Von außen betrachtet bleibt es meist das Geheimnis der Person selbst, ob die unbequemen Schuhe oder der Spaß am Sockenlaufen Grund dafür ist, die Schuhe in der Hand zu tragen. In der Situation auf dem Foto war es allerdings eindeutig. Die Frau hatte ihre Schuhe extra deshalb ausgezogen, um das Sockenlaufen zu erproben. Sie ist im Park über verschiedene Wege und Untergründe gelaufen, hat diese mit ihren Füßen ertastet und ihrem interessierten Partner von den Empfindungen berichtet.

20. Oktober 2019

Alibi


Ich knüpfe nochmals an den vorangegangenen Blogeintrag an. Beim Sockenlaufen in der Öffentlichkeit mache ich wiederholt die Erfahrung, dass – wenn überhaupt jemand fragt, was selten vorkommt – ein besonders starkes Interesse daran besteht zu erfahren, warum ich ohne Schuhe laufe. Üblicherweise antworte ich dann ehrlich, indem ich sage, dass es mir einfach Spaß macht. Obwohl wir vieles nur aus Spaß machen und mit der Erfüllung von Spaßbedürfnissen auch viel Geld verdient wird, ist Spaß zu haben, indem man einfach nur etwas weg lässt (in diesem Fall die Schuhe), etwas Außergewöhnliches. Entsprechend verwundert schauen die Antwortempfänger oft drein, manchmal haken sie auch ungläubig nach. Vermutlich ist es auch so, dass es manchen Leuten schwer fällt, einfach aus Spaß etwas zu tun und dazu dann auch noch offen zu stehen. Gesellschaftlicher Leistungsdruck hinterlässt so seine Spuren. Im Fall des Sockenlaufens kommt dann noch dazu, dass es nicht zum allgemeinen Gedankengut gehört, dass dies Spaß machen könnte. Also liegt es nahe, der Umgebung eine vermeintliche Erklärung anzubieten, warum man ohne Schuhe läuft. Und dazu bieten sich unbequeme oder für die Situation unpassende Schuhe wunderbar an. Ich weiß nicht, wie häufig bewusst oder unbewusst unbequeme Schuhe überwiegend deshalb getragen werden, damit ein triftiger, nachvollziehbarer Grund vorliegt, diese auszuziehen. Aber sicher gibt es Fälle, in denen das Ausziehen schon bei der Auswahl der Schuhe geplant oder zumindest billigend in Kauf genommen wird. Da kommt es dann schon mal vor, dass man auf einem Fest einen Kavalier mit High Heels in der Hand herumlaufen sieht, während seine Partnerin den Abend auf Strümpfen verbringt. Auf einem Volksfest ist mir mal ein Paar begegnet, bei dem sie ihre Stiefel mit unbequem aussehenden hohen Absätzen in der Hand gehalten hat. Beide sind in Richtung Parkplatz gegangen und kamen nach einer Weile zurück. Offenbar hatte sie ihre Schuhe im Auto abgelegt, um bequem in Strümpfen das Fest zu genießen. Und so gibt es eine ganze Reihe von Beobachtungen, bei denen nicht erkennbar ist, was zuerst war: die Auswahl unbequemer Schuhe oder der Wille auf Strümpfen zu laufen? Immerhin ist es schön, dass es Leute gibt, die locker und unbekümmert auf ihre Schuhe verzichten können und dabei Spaß haben. Auf dem Foto hat die Teilnehmerin eines Fastnachtsumzugs ihre Schuhe offensichtlich unbequemen Schuhe ausgezogen und ist zur Festhalle in ihrer Stadt gelaufen, um dort an den weiteren Feierlichkeiten teilzunehmen. Ich vermute mal, dass die Schuhe an diesem Tag keine Verwendung mehr fanden.

27. Oktober 2019

Damen und Herren


Ein Thema, was in sehr vielen Zusammenhängen eine Rolle spielt, ist die Frage nach Gleichheit und Unterschiedlichkeit zwischen den Geschlechtern. Um eins gleich vorweg zu nehmen: ich bin ein engagierter Verfechter von Gleichberechtigung in jeglicher Hinsicht und verachte jede Art von Diskriminierung. Bezogen auf das Geschlecht und auch bezogen auf viele andere Dinge heißt Gleichberechtigung nicht in jedem Fall auch Gleichheit in allen Belangen. Und so gibt es auch beim Laufen in Strümpfen oder Socken durchaus einige beachtenswerte geschlechtsspezifische Besonderheiten. Ich verzichte hier auf die Betrachtung des sogenannten dritten Geschlechtes. Einerseits weil es mir dazu an Erfahrungen und Beobachtungen fehlt, andererseits weil die Aspekte, die ich hier anspreche, im Alltag meist Frauen oder Männern zugeordnet werden. Das beginnt bei der Kleidung und der sogenannten Mode. In den meisten Geschäften werden Strümpfe und Socken getrennt nach Damen und Herren angeboten. Da gibt es manche Unisex-Artikel, aber die meiste angebotene Ware ist speziell für Männer oder Frauen gedacht. Typischerweise haben Socken für Männer einen längeren Schaft. Als Begründung dafür gilt, dass das blanke Männerbein unter langen Hosen nicht zu erblicken sein soll. Auch farblich wirkt die Auslage der Männersocken schon beim flüchtigen Hinschauen anders als die der Frauensocken. Es entsteht der Eindruck, dass Männer weniger Freude an Farben haben als Frauen. Glücklicherweise unterliegt dies aber einem modischen Wandel. Immerhin werden Socken und zum Teil auch Kniestrümpfe sowohl von Männern als auch Frauen gleichermaßen getragen. Aber dann gibt es noch die Besonderheiten in der weiblichen Mode. Dazu gehören alle Arten von Nylonstrümpfen, Strumpfhosen in allen möglichen Ausführungen und auch Zwischenarten, wie zum Beispiel sogenannte Overknees. Anatomische Unterschiede fallen mir als unumstößliche Begründung für die größere Vielfalt an Strümpfen im Bereich der Frauenbekleidung nicht ein. Offenbar handelt es sich eher um das, was wir als „Mode“ bezeichnen. Nicht auszuschließen, dass wir diesbezüglich in der Zukunft noch ein paar Änderungen erleben. Wenn wir im Bereich der Fußbekleidung etwas weiter schauen, dann treffen wir auch auf die teilweise vorhandenen Unterschiede bei den Schuhen. Auch dort gibt es Überschneidungen, ganz besonders verbreitet bei Turn- und Sportschuhen. Aber es gibt auch die typischen Damenschuhe und die typischen Herrenschuhe. Geläufig sind Assoziationen wie hohe Absätze, leichte Sandaletten oder Pumps mit Schuhen für Frauen und flache Absätze und Schnürschuhe mit Schuhen für Männer. Und etwas weiter beobachtet gehen die Assoziationen oft auch so weit, dass Damenschuhe als eher schön und dafür unbequem und Herrenschuhe als eher weniger schön und dafür bequem angesehen werden. Oft wird diese Unterscheidung durch Beobachtung von Paaren gestützt: sie in schönen neuen Schuhen, während er in ausgetretenen Latschen daherkommt. Aus eigenem Erleben widerspreche ich allerdings der allgemeinen Annahme Herrenschuhe seien bequem. Wenn ich die angesprochenen Aspekte mit meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen abgleiche, dann ergibt sich ein Unterschied zwischen Männern und Frauen in Bezug auf das Laufen in Strümpfen in der Öffentlichkeit. Das Ausziehen des typischen männlichen Schnürschuhs ist aufwändiger und findet weniger häufig statt als das Hinausschlüpfen aus einem typischen Damenschuh, der zwar schön, aber unbequem ist. Und wenn die Dame dann auch noch Strumpfhosen trägt, dann wird diese eher angelassen als das möglicherweise bei Socken der Fall ist. Und da sind wir wieder bei den zuvor behandelten Themen: ob das Laufen auf Strümpfen eine Folge der Bedingungen ist oder gerne in Kauf genommen wird oder gar geplant ist bleibt offen. Wenn man nach einer typischen Situation sucht, in der „Mann“ öffentlich in Socken anzutreffen ist, dann ist es der Spaß-Freizeitsport in Parkanlagen. Ballspiele machen sockig besonders viel Spaß. 

10. November 2019

Facebook-Gruppe

In Facebook gibt es eine neue Gruppe zum Sockenlaufen mit dem Namen "sockwalking". 
In der Gruppenbeschreibung heißt es: "Für Leute, die gerne in Socken oder Strümpfen ohne Schuhe unterwegs sind, bei allen möglichen Gelegenheiten, bei denen Barfuß Spaß macht.
Die Sprachen innerhalb der Gruppe sind Englisch und Deutsch. Dies ist keine Fetischgruppe!"
Zum Zweck der Gruppe und dazu, welche potenziellen Mitglieder angesprochen werden, werden folgende Aussagen gemacht:

"Da sind zum einen diejenigen, die schon seit langem sehr gerne ohne Schuhe in Socken oder Strümpfen laufen. Dabei meine ich vor allem diejenigen, die das nicht nur zu Hause und drinnen in Gebäuden tun, sondern auch die, die bei allen möglichen Gelegenheiten in Socken unterwegs sind. Für solche Liebhaber des Sockenlaufens soll die Gruppe als Austauschforum dienen, einfach deshalb, weil es viel mehr Spaß macht, wenn man eine Leidenschaft oder ein Hobby mit anderen teilen kann. Wenn jemand Modellautos sammelt, dann freut er sich, wenn er die Sammlung anderen Leuten zeigen kann und mit Interessierten darüber reden kann. Wenn jemand ein Instrument spielt, dann tut er dies in der Regel auch gerne mit anderen und unterhält sich gerne mit Musikliebhabern darüber. Und jemand, der Kanu fährt, tut dies sicherlich lieber im Kanuclub zusammen mit anderen, als immer alleine im Wasser zu sein. Und der schönste Urlaub gewinnt an Bedeutung, wenn man Leute findet, denen man davon berichten kann und die sich für die Urlaubsfotos interessieren. Für ganz viele Leidenschaften und Hobbies gibt es Vereine und Austauschforen, für die Liebhaber des Sockenlaufens bisher nur ganz wenig. Dazu kommt noch, dass sich bei Zusammenkünften von Menschen, auf Partys, Familienfesten und im Pausengespräch viel leichter ein Gespräch über Sammelleidenschaften, Musik, Sport und Reisen entwickelt als über ein Thema, das ein Nischendasein führt und eher tabuisiert wird, wie das Sockenlaufen. Von daher soll die Gruppe ein Forum sein, in dem man sich mit Gleichgesinnten austauscht. Und vielleicht entwickelt sich daraus auch das ein oder andere Treffen oder Event zum Thema Sockenlaufen.

Da gibt es aber auch noch diejenigen, die bisher kaum oder gar nicht daran gewöhnt sind in Socken oder Strümpfen zu laufen, aber sich für das Thema interessieren. Viele Gründe, wie etwa körperliche Gesundheit und seelische Entspannung, sprechen dafür, auf Schuhe zumindest hin und wieder zu verzichten. Und gegenüber dem Barfußlaufen bietet das Sockenlaufen ein paar Vorteile und macht riesigen Spaß. Für die Einsteiger und Interessierten zu dem Thema gibt es nur ganz wenig Informationen und kaum eine Gelegenheit sich von den Erfahrungen anderer berichten zu lassen. Es ist viel einfacher im Freundeskreis jemanden zu finden, der schon einmal dort war, wo die nächste eigene Reise hingehen soll, und einem viele Tipps dazu geben kann, als Hinweise von einem erfahrenen Sockenläufer zu erhalten. Für Interessierte und Neueinsteiger kann die Gruppe eine sehr gute Informationsquelle sein, bei der man ganz gezielt Fragen stellen und von den ersten eigenen Erfahrungen berichten kann.

Ganz allgemein ist es so, dass es gar keine Lobby für Sockenläufer gibt. Mittlerweile gibt es für so viele Dinge, Lebensweisen, Hobbys, Vorlieben usw. eine Art Interessenvertretung und Präsenz in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien. Das gilt auch für die dem Sockenlaufen recht nahe stehenden Themen Barfuß und Minimalschuhe. Es wird Zeit, dass auch die Sockenläufer ein wenig auf sich aufmerksam machen, um nicht vollkommen in der Tabuzone zu verschwinden. Dass es diese Gruppe gibt, soll auch dazu ein Beitrag sein."

Viel Spaß allen Facebook-Nutzern, die sich dieser Gruppe anschließen!

11. November 2019


Quellen und Verweise:
https://www.facebook.com/groups/sockwalking/

Schuhklau an Fastnacht

Mittlerweile ist die närrische Jahreszeit vorüber und damit auch die Zeit der ausgelassenen Feten und bunten Umzüge. Trotzdem erlaube ich mir noch einen kleinen Rückblick. Heute feiere ich nur selten und nur sehr begrenzt Fastnacht. Das war allerdings früher anders. Da gehörten zum Beispiel die Fastnachtsfeten an der Uni fest zum Jahresprogramm und an den letzten Tagen von Donnerstag bis Dienstag bin ich mit anderen durch die Lokale gezogen. Bei den Feten gab es immer einige, die ohne Schuhe unterwegs waren. Natürlich viele beim Tanzen, aber auch sonst liefen manche den ganzen Abend auf Strümpfen herum. Es gibt ja wirklich genug Kostüme und Verkleidungen, bei denen es nahe liegt, sich recht schnell der Schuhe zu entledigen. 

Dank Internet kann man heute auch außerhalb der Region, in der man selbst lebt, schauen, wie dort Fastnacht gefeiert wird. Dabei bin ich auf eine Tradition gestoßen, die es im Zusammenhang mit der alemannischen Fasnet in einigen Regionen gibt: der Schuhklau beim Umzug. Neben anderen Aktionen gehört es zum Brauchtum mancher Narrenzünfte, einzelnen Zuschauern die Schuhe auszuziehen. Offenbar geht es dabei in erster Linie darum, die Schnürsenkel als Trophäe einzusammeln. Die Schuhe gibt es wohl meist nach einer mehr oder weniger kurzen Zeit zurück. Es gibt scheinbar aber auch Fälle, in denen diese ebenfalls einbehalten werden. Ob es sich dann in den offenen Schuhen ohne Senkel noch gut laufen lässt, ist zu bezweifeln. Vermutlich entledigen sich einige der Betroffenen recht bald wieder der Schuhe. 

Im Internet gibt es eine Menge von Videos und Fotos von Fastnachtsumzügen. Ein besonders gelungener Youtube-Kanal ist Fasnet.TV. Dort gibt es von vielen alemannischen Umzügen gut gedrehte und gut geschnittene Videos, in denen auch zu sehen ist, wie dieser Schuhklau läuft. Für diejenigen, die Spaß am Sockenlaufen haben, dürfte es nicht wirklich schlimm sein, Opfer einer solchen Entwendung zu werden.

28. Februar 2020

Quellen und Verweise:
https://www.youtube.com/channel/UCxtCt2kzJNsI86E3d5YPF9w

Keine Angst


Vor ein paar Tagen bin ich unerwartet an ein Thema erinnert worden, das im Zusammenhang mit dem Laufen ohne Schuhe hin und wieder aufkommt, das ich aber vollkommen aus dem Blick verloren habe. Und zwar, weil es eigentlich kein Thema ist. Zumindest nicht für mich und viele, die häufig im Alltag barfuß laufen. Aber von vorne: Ich war in einer Stadt nahe meiner Heimat ein paar Dinge erledigen, natürlich bei diesem warmen Sommerwetter ohne Schuhe, nur in Socken. Nach der Pflicht kam die Kür. Die bestand aus einer kleinen Einkaufstour und der Suche nach ein paar Klamotten, die mir gefallen könnten. In einem größeren Geschäft ging ich dann mit ein paar Kleidungsstücken in die Umkleidekabine, als die dort Aufsicht führende Mitarbeiterin auf meine schuhlosen Füße aufmerksam wurde und fragte, ob ich die Schuhe irgendwo vergessen habe. Sie war in ernster Sorge, ich hätte diese vielleicht irgendwo im Geschäft abgestellt und versehentlich dort stehen lassen. Ich erklärte ihr, dass ich gar keine Schuhe dabei habe und bei angemessenem Wetter fast immer nur in Socken laufe. Sie äußerte sich interessiert mit der Frage, ob man sich da nicht verletzt und sich die Füße aufschneidet.

Erstaunlicherweise ist es so, dass ich mir um Verletzungen und mögliche Gefahren gar keine bewussten Gedanken machen. Und die Erfahrung zeigt, dass ich mich noch nie wirklich schlimm verletzt habe, wenn ich ohne Schuhe unterwegs war. Ein paar kleinere Blessuren habe ich nur dann davongetragen, wenn ich mit den Zehen irgendwo angestoßen bin. Besonders in der Stadt, auf gut einsichtigem Boden, bin ich noch nie in etwas hinein getreten, was mich hätte verletzen können. Das liegt unter anderem daran, dass auf den Straßen und Wegen in den Städten gar nicht sehr viel Gefährliches herumliegt. Und es liegt auch daran, dass ich mir offenbar eine unterbewusste Art des vorausschauenden Bodenbetrachtens angewöhnt habe, bei der ich ohne gebannt nach unten zu schauen wahrnehme, wie die Beschaffenheit des Bodens ist. Das ist nicht bewusst eintrainiert, sondern eine Art Automatismus, der sich im Laufe der Zeit seit den vorsichtigen Anfängen in Sachen Sockenlaufen eingestellt hat. Also: Nur Mut! Das Laufen ohne Schuhe ist nicht besonders gefährlich.

Ein wenig zur Vorsicht mahnen möchte ich dennoch. Die beschriebenen positiven Erfahrungen gelten bei gut einsehbarer Bodenbeschaffenheit, wie man sie zum Beispiel in der Stadt und auf befestigten Wegen findet. In der Natur kann das stellenweise etwas anders sein. Als potenziell riskant sehe ich besonders hohe Wiesen, bei denen man nie so genau weiß, was an der Stelle lauert, an der man auftritt. Besonderen Respekt habe ich zum Beispiel vor Dornen. In hohem Gras hilft dann auch nur ganz vorsichtiges Auftreten. Bevor man den Fuß belastet, sollte man sich durch Erspüren des Grundes sicher sein, dass dort nichts Verletzendes lauert. 

13. Juni 2020

 

Der perfekte Abdruck 

Sockenläufer kennen das: Nach einiger Zeit, die man ohne Schuhe draußen unterwegs ist, zeichnet sich auf der Fußsohle ein Abdruck ab, je nach Farbe der Socken und Beschaffenheit des Untergrundes mehr oder weniger gut sichtbar. Wenn es trocken oder nur leicht feucht ist und der Untergrund einigermaßen fest, dann sieht man deutlich den Abdruck des Fußes mit den einzelnen Zehen, Ballen, Gewölbe und Ferse. Dieser Abdruck zeigt wie der Fuß geformt ist und wie man beim Laufen auftritt. Auf diese Weise kann man recht schnell feststellen, ob Fußfehlstellungen vorliegen oder ob man beim Laufen beidseitig gleiche oder unterschiedliche Fußstellungen hat. Dies kann der Anstoß dazu sein, einen Experten (etwa einen Orthopäden) nachschauen zu lassen. Und es ist eine einfache Art, sich selbst beim Laufen zu kontrollieren und den eigenen Gang zu verbessern. Den perfekten Abdruck nach einem Spaziergang in Socken zu haben kann ein Anreiz sein, bewusst auf den Bewegungsablauf zu achten und diesen zu verbessern. Bei einem gemeinsamen Spaziergang hat mich vor kurzem eine Mitläuferin in Socken sehr beeindruckt. Ihr Abdruck auf der Sohle war nach einigen Kilometern echt perfekt. Dankenswerterweise hat sie auch darüber berichtet, wie sie an der guten Fußstellung gearbeitet hat. Yoga hat dazu beigetragen die Bewegungsabläufe und die Körperbeherrschung zu optimieren. Das Foto ist vor längerer Zeit als Schnappschuss entstanden. Keine Ahnung, ob die Frau in Socken auf den Abdruck geachtet hat. Spaß hat es bestimmt gemacht, auf Schuhe zu verzichten. Und gesund für die Füße war es auf jeden Fall.

23. August 2020

Quellen und Verweise:
https://www.gesundheitsinformation.de/fehlstellungen-der-fuesse.3200.de.html